Angkor

Tipps & Tricks

Hinweise zur Vorbereitung



Wie sollte man Angkor besuchen, wieviel Zeit sollte man sich nehmen, in welcher Reihenfolge könnte man die Tempel besuchen,... alles Fragen, die man sich bei einer Tourvorbereitung stellt. Dazu hier einige Tipps und Hinweise, die hilfreich bei der Vorbereitung sein können.

Eines gilt sicher - nicht nur bei der persönlichen Entdeckung Angkors: möglichst frei von (selbst auferlegtem) Streß und mit offenen Augen auf den Weg machen. Also, soviel Zeit wie möglich einplanen und in dieser Zeit lieber wenige(r) Tempel besuchen, diese dafür aber um so mehr in Ruhe genießen - die Tempel enthüllen ihr Geheimnis, ihren Charme, ihren Charakter nun mal nicht unbedingt augenblicklich.
Mich hat das Verhalten - zu meiner Überraschung gerade bei Asiaten sehr häufig zu beobachten -, von einem Tempel zum nächsten zu ziehen und sich an jedem Tempel fotografieren zu lassen, immer an ein Wettrennen erinnert. Was hat das mit "reisen", "entdecken", "erfahren" zu tun?

Ich hatte das Glück, Angkor besuchen zu können, als Kambodscha knappe 10.000 Besucher im Jahr zählen konnte - und hatte somit die Tempel quasi für mich alleine. Bei Millionen Besuchern jährlich tritt man sich nicht nur langsam gegenseitig auf die Füße, sondern die Flachreliefs Angkor Wats sind abgesperrt und die innere Tempelanlage von Banteay Srei darf nicht mehr betreten werden. Man hat sogar darüber nachgedacht, (rote) Läufer auszulegen, um die Bodenplatten der Tempel zu schützen und um die "einfallenden Horden" zu lenken. Nur, entgehen kann man den anderen Besuchern kaum, aber wie wäre es mit Folgendem: Bei einem kleineren Tempel, wie z.B. dem Neak Pean, einen guten Platz suchen, von dem aus man die gesamte Tempelanlage überblicken kann und ...warten!
Besucher kommen und gehen, Momente der Unruhe wechseln mit Pausen der Ruhe, alles ist im Fluß, alles ist in Bewegung - und der Tempel überstrahlt dies alles mit majestätischer Gelassenheit. Nach einiger Zeit bemerkt man die Menschen nicht mehr und statt dessen prägt sich das Bild des Tempels ein - sein Charme entfaltet sich, sein Charakter öffnet sich, sein Geheimnis lüftet sich. So, glaube ich, kann man auch heute noch "sein" Angkor entdecken.
Oder man besucht die Tempel "anti-zyklich": Die meisten Besucher folgen den Rundgängen (kleiner / großer Circuit) im Uhrzeigersinn; vormittags sind in Ankor Wat mehr Besucher als nachmittags; Tourbusse folgen festen Abfahrts- und Ankunsftszeiten und einer feste Route;...

Zeit...

Wenn schon "Zeit" so wichtig ist, wieviel sollte man nun einplanen?
Planen heißt analytisch vorgehen, allerdings sträube ich mich, die Mystik Angkors analytisch anzugehen; mir ist es jedenfalls passiert, daß ich morgens zum Bayon und nachmittags weiter zur Terrasse des Lepra-Königs wollte - na ja, abends war ich immer noch im Bayon, gefesselt von den Gesichtern der Lokesvara, ihrer Gelassenheit, ihrem Schmunzeln, ihrer Größe,...
Wie auch immer, eine Liste der "unbedingt" zu besuchenden Tempel ist hilfreich, pro Tag mit zwei, drei Tempel rechnen und schon kennt man die Anzahl der Tage, die man mindestens braucht (und unter drei Tage sollte man gar nicht erst anfangen). Die von Maurice Glaize stammenden Vorschläge können weitere Anregungen geben.

Kondition!

Unabhängig von der Jahreszeit können diese Tage ziemlich anstrengend werden - die Hitze, die Strecke, die Stufen, das Gewicht der Fototasche, alles zehrt an der Konstitution. Lieber zumindest den ersten Tag langsam angehen (steigern kann man immer noch) und die Mittagszeit bei einem erfrischenden Getränk und leckeren Speisen im Schatten verbringen. Oft wird einem geraten, dazu in's Hotel zurückzukehren, aber die Khmer haben in der Nähe des Bayon einen kleinen Essensmarkt unter großen Bäumen aufgebaut, das war immer die von mir bevorzugte Alternative. Wie auch immer, besser früh aufstehen und vormittags die Tempel besuchen, mittags ruhen und nachmittags bzw. am frühen Abend weitere Tempel besichtigen.
Dieses Vorgehen hat einen bemerkenswerten Nebeneffekt: man vermeidet das grelle Mittagslicht und sieht die Tempel statt dessen in das warme, weiche Morgen- bzw. Abendlicht getaucht - manchmal baut sich eine geradezu eigenartige, nahezu unwirkliche Stimmung auf. Wer dann nicht dem Zauber Angkors erliegt...
Und wer Glück hat, bei Vollmond in Siem Reap zu sein, sollte sich einen Besuch Angkor Wats bei hoffentlich wolkenfreier Nacht nicht entgehen lassen.

Preise

Leider sind die Eintrittspreise etwas unflexibel gestaffelt; zwar gibt es außer dem Ein-Tages-Paß auch preisgünstigere Drei-Tage- und Sechs-Tage-Pässe, jedoch "muß" man dann die Tempel an aufeinanderfolgenden Tagen besuchen.
Für manche Tempel benötigt(e?) man allerdings keine Eintrittskarte (z.B. die Roluos-Gruppe); es bietet sich an, die aktuelle Situation vor Ort zu erfragen und dann die geplante Reihenfolge u.U. entsprechend zu ändern.
Wer allerdings genügend Zeit hat und wem es nicht so sehr auf's Geld ankommt, könnte z.B. mehrere Ein-Tages-Pässe kaufen und zwischendrin einen oder mehrere "Ruhetage" einlegen - die Umgebung von Siem Reap ist wunderschön.

Fürs Fotografieren wurde bisher noch keine Gebühr erhoben. Apropos "fotografieren": Ich rate dazu, genügend Filme aus Deutschland mitzubringen - in Kambodscha werden nur Standard-Filme verkauft, schon Dia-Filme sind schwer zu finden. Zudem besteht die Gefahr, daß die Filme falsch bzw. zu lange gelagert wurden. Dafür ist der Preis garantiert höher als in Deutschland. Bei Filmen gilt für mich deshalb: Lieber zu viel, als zu wenig - aber dies hat sich durch die Digitalfotografie für die Meisten wohl eh erledigt...

Und wenn wir schon vom Thema "Angkor" abschweifen: Ich kann eine Fahrt auf dem Tonle Sap nur empfehlen! Besonders in der trockenen Zeit ist die Fahrt über den Tonle Sap-See ein Ereignis, nicht nur wegen der schwimmenden Dörfer, sondern auch wegen des feuchten, fast sumpfigen, ewig breiten und mit Schilf und Gräsern bewachsenen Uferbereichs. Und durch den muß man durch, wenn man die Straße erreichen will...
(Der Tonle Sap-See fungiert als natürliches Auffangbecken für das Schmelzwasser des Himalajas das durch den Mekong abtransportiert wird; der TonleSap, der bei Phnom Penh in den Mekong mündet, ändert seine Flußrichtung sobald sich das Wasser vom Mekongdelta zurück staut und leitet es in den Tonle Sap-See, der dann seine Fläche verdreifacht.)
Das Boot fährt die Strecke Phnom Penh - Siem Reap an knapp einem Tag und kostet um die 25$.

Jahreszeit

Grundsätzlich kann man Angkor immer besuchen, aber die beste Zeit ist zwischen November und März, da dann die Temperaturen erträglicher sind. April und Mai sind oft heiß und feucht und danach regnet es bis September, unverhoffte Pausen können dann notwendig werden - im September 2000, zum Beispiel, überflutete der Mekong aufgrund der seit Jahrzehnten heftigsten Monsunregen halb Kambodscha... 

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